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Pergola und Terrassenüberdachung in Marburg

Ein Dach über der Terrasse oder eine bewachsene Pergola: Wir planen beides mit Terrasse, Regenwasser und Pflanzung zusammen. Glas-, Aluminium- und Metallbau übernehmen Partnerbetriebe unter unserer Bauleitung.

Eine Terrasse nach Süden ist im April ein Geschenk und im Juli kaum zu benutzen. Eine Terrasse nach Westen wird abends nass, sobald ein Schauer durchzieht. Spätestens dann kommt die Frage nach einem Dach. Die schnelle Lösung ist ein Bausatz, der an die Hauswand geschraubt wird. Ob er zur Terrasse passt, wohin das Regenwasser vom Dach läuft und wie dunkel das Wohnzimmer dahinter wird, fragt dabei oft niemand.

Wir planen Terrassenüberdachungen und Pergolen als Teil des Gartens: zusammen mit dem Belag, mit dem Wasser vom Dach und mit den Pflanzen, die daran wachsen sollen. Ich plane als Landschaftsarchitekt (AKH), unser eigenes Team baut Fundamente, Terrasse, Entwässerung und Pflanzung, seit 2004. Glasdächer, Aluminium- und Stahlkonstruktionen und die Elektrik bauen Partnerbetriebe nach unserer Planung und unter unserer Bauleitung. Sie haben einen Ansprechpartner.

Pergola oder Terrassenüberdachung: Was ist der Unterschied?

Eine Pergola ist ein offenes Gerüst aus Pfosten und Querbalken, an dem Pflanzen wachsen oder Stoff gespannt wird. Sie spendet Schatten, hält aber keinen Regen ab. Eine Terrassenüberdachung hat ein geschlossenes Dach aus Glas, Kunststoff oder Holz und schützt auch vor Regen. In Hessen sind beide in der Regel ohne Baugenehmigung möglich, für die Überdachung muss aber die Standsicherheit bescheinigt sein.

Die Frage ist also zuerst: Wogegen soll das Dach schützen? Wer vor allem Schatten will, ist mit einer bewachsenen Pergola gut bedient. Sie wird im Sommer dicht, lässt im Winter Licht ins Haus und kühlt durch die Blätter. Wer bei jedem Wetter draußen sitzen, Gartenmöbel stehen lassen oder vor der Terrassentür trocken ankommen möchte, braucht ein festes Dach.

Schatten und Regenschutz auf der Terrasse: Möglichkeiten im Vergleich
LösungRegenschutzSchattenLicht im WinterZu beachten
Pergola mit Kletterpflanzenneinab dem zweiten, dritten Jahr gutja, bei laubabwerfenden PflanzenPflanzen brauchen Schnitt, Laub im Herbst
Pergola mit Sonnensegel oder Stoffbahnenkaumsofortja, Stoff wird abgenommenWindlast, Stoff im Winter einlagern
Überdachung mit Glasdachjanur mit Beschattungjawird darunter warm, Glas muss gereinigt werden
Überdachung mit Holz- oder BlechdachjajaneinRäume dahinter werden dunkler
Laubbaum am Sitzplatzneinnach einigen Jahren sehr gutjabraucht Platz und Zeit

Quelle: Praxis Gartenarchitektur & Landschaftsbau Jens Maute

Braucht eine Terrassenüberdachung in Hessen eine Baugenehmigung?

Nein, in der Regel nicht. Nach der Hessischen Bauordnung sind Überdachungen von erdgeschossigen Terrassen an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, also an üblichen Ein- und Zweifamilienhäusern, baugenehmigungsfrei. Gebaut werden darf aber erst, wenn eine nachweisberechtigte Person die Standsicherheit geprüft und Ihnen bescheinigt hat. Pergolen sind ohne diese Bescheinigung frei.

Die Grundlage ist die Anlage zu § 63 der Hessischen Bauordnung (HBO). Unter Abschnitt I Nr. 1.13 stehen dort die „Überdachungen und Teilverglasungen von erdgeschossigen Terrassen“ bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, mit dem Vorbehalt des Abschnitts IV Nr. 3. Dieser Vorbehalt bedeutet: Vor Baubeginn muss jemand, der dafür nach § 68 HBO berechtigt ist, die statisch-konstruktive Unbedenklichkeit feststellen und Ihnen bescheinigen. Die Bescheinigung bekommen Sie, nicht das Bauamt.

Pergolen stehen unter Nr. 9.1 bei den Anlagen, die der Gartennutzung und Gartengestaltung dienen, ohne Vorbehalt. Anders ist es beim Wintergarten: Er ist nach Nr. 1.12 nur bis 30 qm Grundfläche genehmigungsfrei, und dann muss zusätzlich die Gemeinde beteiligt werden. Wer eine Terrassenüberdachung rundum verglasen möchte, sollte das vorher klären.

Genehmigungsfrei heißt nicht regelfrei. Nach § 62 Abs. 2 HBO müssen auch freigestellte Vorhaben alle öffentlich-rechtlichen Vorschriften einhalten. Ein Bebauungsplan kann Baugrenzen festsetzen, eine Gestaltungssatzung Material oder Dachform vorgeben, und an der Grundstücksgrenze kommen Abstandsflächen und das Nachbarrecht dazu. Das prüfen wir bei der Planung. Verbindliche Auskunft gibt die Bauaufsicht: in der Stadt Marburg die städtische Bauaufsicht, in den übrigen Gemeinden die des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Wie das bei Stützmauern aussieht, steht im Ratgeber Stützmauer: Genehmigung in Hessen.

Holz, Aluminium oder Stahl?

Die Konstruktion sollte zum Haus passen, nicht zum Prospekt. An ein Fachwerkhaus oder einen Holzbau gehört eher Holz, an einen schlichten Neubau mit großen Fenstern passt eine schlanke Konstruktion aus Aluminium oder Stahl.

  • Holz wirkt warm und lässt sich gut mit Pflanzen kombinieren. Wir verwenden Hölzer aus Europa wie Lärche oder Douglasie, kein Tropenholz. Holz vergraut im Freien silbrig. Pfosten stehen auf Pfostenträgern mit Abstand zum Boden, damit sie trocknen können.
  • Aluminium ist leicht, braucht kaum Pflege und ist die übliche Lösung für Glasdächer. Die Konstruktion kommt meist als System vom Hersteller und wird vom Fachbetrieb montiert.
  • Stahl erlaubt schlanke Profile und große Spannweiten. Er muss verzinkt oder beschichtet sein.

Beim Dach selbst gilt: Glas lässt am meisten Licht durch, darunter wird es im Sommer aber warm. Wer nach Süden baut, sollte eine Beschattung gleich mitplanen, unter oder auf dem Dach. Ein Lamellendach, dessen Lamellen sich drehen lassen, verbindet Schatten und Regenschutz, ist aber deutlich mehr Technik.

Wohin mit dem Regenwasser vom Dach?

Jede Terrassenüberdachung ist eine neue Dachfläche, und das Wasser muss irgendwohin. Statt es über ein Fallrohr in den Kanal zu leiten, führen wir es in eine Zisterne, eine Regentonne, ein Beet oder eine Sickermulde neben der Terrasse. So kommt das Wasser den Pflanzen zugute, die an der Pergola oder am Sitzplatz wachsen.

Das ist der Punkt, an dem fertige Bausätze am häufigsten scheitern: Die Rinne endet in einem Fallrohr, das Fallrohr endet auf dem Pflaster, und bei Starkregen steht das Wasser vor der Terrassentür. Bei uns wird der Ablauf mit der Terrasse geplant: Gefälle, Rinne, Leitung und das Ziel im Garten. Wie man Regenwasser im Garten hält, steht auf der Seite Regenwasser im Garten, wie groß eine Zisterne sein sollte, im Ratgeber Zisterne im Garten: Kosten und Größe und wie eine Mulde funktioniert, unter Sickermulde im Garten anlegen.

Pergola mit Kletterpflanzen

Eine Pergola ist erst fertig, wenn sie bewachsen ist. Das dauert ein, zwei Jahre, und es lohnt sich: Blätter spenden kühleren Schatten als jedes Dach, weil sie Wasser verdunsten. Im Winter fällt das Laub, und das Licht kommt wieder ins Haus.

Welche Pflanze passt, hängt von der Lage und von der Geduld ab. Wilder Wein wächst schnell, Weinreben tragen zusätzlich Trauben, Clematis und Kletterrosen blühen, Hopfen zieht im Winter ganz ein. Blauregen wird sehr schwer und braucht eine kräftige Konstruktion. Wichtig ist ein Pflanzloch mit gutem Boden am Fuß jedes Pfostens, nicht ein Spalt zwischen Pflaster und Hauswand. Mehr zu Pflanzungen im Garten steht unter Pflanzungen.

Fundament und Anschluss an die Terrasse

Ein Dach ist nur so gut wie seine Fundamente. Die Pfosten stehen auf Punktfundamenten, die frostfrei gegründet sein müssen. Bei einer bestehenden Terrasse heißt das: Der Belag wird an diesen Stellen aufgenommen, das Fundament gesetzt und der Belag wieder angeschlossen. Bei einer neuen Terrasse planen wir die Fundamente gleich mit, siehe Terrassen und Pflaster.

Wird die Überdachung an der Hauswand befestigt, muss die Wand die Last tragen. Bei gedämmten Fassaden braucht es spezielle Befestigungen, damit keine Wärmebrücke und keine undichte Stelle entsteht. Das klären wir vorher mit dem Fachbetrieb, der das Dach baut.

Licht und Steckdosen unter dem Dach sind ein Grund mehr, früh zu planen: Die Leerrohre kommen in den Boden, bevor die Terrasse gepflastert wird. Die Elektrik selbst übernimmt ein Partnerbetrieb, siehe Licht und Outdoorküche.

Was wir selbst bauen und was Partner machen

Fundamente, Terrassenbelag, Entwässerung, Leitungen im Garten und die Bepflanzung erledigt unser Team. Glasdächer, Aluminium- und Stahlkonstruktionen, Lamellendächer und die Elektrik bauen Partnerbetriebe nach unserer Planung. Ich koordiniere die Gewerke und leite die Baustelle, damit Fundament, Dach und Rinne zusammenpassen. Wer welche Arbeit ausführt, steht vorher im Angebot.

So gehen wir vor

  1. Ortstermin. Wir setzen uns auf Ihre Terrasse und schauen, wann die Sonne wo steht, woher der Regen kommt und wohin das Wasser laufen kann. Der Einstieg ist die Gartenberatung vor Ort.
  2. Planung. Pergola oder Dach, Material, Größe, Fundamente, Ablauf des Regenwassers und Bepflanzung. Bei größeren Vorhaben im Plan für den ganzen Garten, siehe Gartenplanung. Wir prüfen, was Bebauungsplan und Satzung erlauben.
  3. Standsicherheit. Für eine Überdachung muss vor Baubeginn die Bescheinigung vorliegen. Wir sorgen dafür, dass sie rechtzeitig da ist.
  4. Bau. Unser Team setzt Fundamente und baut Terrasse, Entwässerung und Pflanzung, die Partnerbetriebe montieren Dach und Elektrik. Ich leite die Baustelle.

Häufige Fragen

Wie groß darf eine Terrassenüberdachung ohne Genehmigung sein?

Die HBO nennt für Überdachungen erdgeschossiger Terrassen an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 keine Größengrenze. Grenzen setzen aber Bebauungsplan, Satzungen und Abstandsflächen. Ein rundum verglaster Wintergarten ist nur bis 30 qm genehmigungsfrei.

Kann eine Pergola direkt an der Grundstücksgrenze stehen?

Das hängt von Höhe, Bebauungsplan und Nachbarrecht ab. Wir prüfen das für Ihr Grundstück, bevor geplant wird. Ein Gespräch mit den Nachbarn vorher hilft fast immer.

Wird es unter einem Glasdach zu heiß?

Nach Süden und Westen ohne Beschattung oft ja. Eine Markise unter oder auf dem Glas, ein Lamellendach oder Kletterpflanzen an den Seiten helfen. Das planen wir gleich mit.

Wenn Sie eine Pergola oder eine Terrassenüberdachung planen, schildern Sie uns Ihr Vorhaben.

Planung in Mittelhessen

Jens Maute plant Ihren Garten als Landschaftsarchitekt und baut ihn mit dem eigenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb, in Marburg und im Umkreis von rund 50 km. Den Anfang macht ein Gespräch.