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Naturgarten anlegen lassen: Kosten, Ablauf und Beispiele aus Marburg

Was ein Naturgarten kostet, hängt davon ab, welche Bausteine er bekommt: Blumenwiese, Wildstrauchhecke, Sandarium, Trockenmauer, Sumpfbeet oder Pflaster mit offenen Fugen. Jeder Baustein hat seinen eigenen Preis pro qm oder Stück. Der erste Schritt ist ein Beratungsgespräch bei Ihnen im Garten, danach steht ein Kostenrahmen.

Ein Naturgarten ist kein Garten, den man sich selbst überlässt. Er wird geplant und gebaut wie jeder andere Garten auch, nur mit anderen Bausteinen: Wiese statt Rasen, heimische Wildsträucher statt Thuja-Hecke, offener Sand statt Kies. Ich bin Landschaftsarchitekt (AKH) und führe seit 2004 einen eigenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb, in dem auch ein Diplom-Biologe arbeitet. Hier steht, was ein Naturgarten in Marburg und Umgebung kostet, wie wir ihn bauen und was danach an Arbeit bleibt.

Was kostet es, einen Naturgarten anlegen zu lassen?

Einen Pauschalpreis pro qm gibt es nicht, weil kein Naturgarten wie der andere ist. Wir rechnen nach Bausteinen: Blumenwiese pro qm, Hecke pro Meter, Sandarium und Klima-Baum pro Stück. Den Anfang macht ein Beratungsgespräch vor Ort, mit Mitschrift und Kostenrahmen.

Mal angenommen, Sie haben einen Garten mit 150 qm Rasen und einer Thuja-Hecke an der Grundstücksgrenze. Der Rasen wird selten betreten, die Hecke muss jedes Jahr geschnitten werden und ist für Insekten nutzlos. Ein Naturgarten macht daraus zum Beispiel 80 qm Blumenwiese, 20 Meter Wildstrauchhecke, ein Sandarium am sonnigsten Platz und einen Sitzplatz aus Natursteinpflaster mit offenen Fugen. Jeder dieser Bausteine hat einen eigenen Preis, und genau so rechnen wir ihn auch ab.

Einen Durchschnittspreis pro qm für den ganzen Garten nennen wir bewusst nicht. Wichtiger als der Durchschnitt ist, welche Bausteine Ihr Garten braucht und in welcher Reihenfolge Sie bauen. Das klären wir im Beratungsgespräch vor Ort, danach haben Sie einen Kostenrahmen für Ihren Garten.

Die Bausteine eines Naturgartens

Ein Naturgarten setzt sich aus wenigen Bausteinen zusammen. Nicht jeder Garten braucht alle, und vieles lässt sich in Bauabschnitten umsetzen: dieses Jahr die Wiese, nächstes Jahr die Hecke.

Bausteine eines Naturgartens und wie wir sie abrechnen
BausteinWas wir machenAbrechnung
BlumenwieseRasennarbe abschälen, Oberboden 10 cm abtragen, Sand einarbeiten, regionales Saatgut einsäenpro qm
Wildstrauchheckeheimische Sträucher wie Felsenbirne, Liguster, Wildrosen pflanzenpro laufendem Meter
SandariumMulde 50 cm tief ausheben, ungewaschenen Sand einbauen, Totholz und Einfassungpro Stück (2–4 qm)
TrockenmauerNaturstein ohne Mörtel, Fugen als Lebensraum für Wildbienen und Eidechsenpro qm Ansichtsfläche
SumpfbeetMulde, die Regenwasser vom Dach aufnimmt, mit feuchteliebenden Staudenpro qm
Klima-Baumtrockenheitsverträglicher Baum, z. B. Feldahorn oder Blumen-Esche, inkl. Pflanzungpro Stück
Natursteinpflaster mit offenen FugenPflaster oder Platten, Fugen bleiben unverfüllt und dürfen begrünenpro qm

Quelle: Gartenarchitektur & Landschaftsbau Jens Maute

Was in der Tabelle nicht steht: Erdarbeiten und Abfuhr, wenn eine Kieswüste oder ein Schottergarten zurückgebaut werden muss. Der Aufwand hängt davon ab, wie viel Kies, Vlies und Folie unter der Oberfläche liegt, und das sehen wir erst vor Ort. Arbeiten, die unsere Mannschaft nicht selbst macht, etwa größere Baumfällungen, erledigen wir mit Partnerbetrieben unter unserer Bauleitung.

Mehr zu den einzelnen Bausteinen finden Sie bei der naturnahen Gartengestaltung. Wie ein Sandarium im Detail gebaut wird und welcher Sand hineingehört, steht im Ratgeber Sandarium anlegen.

Ablauf: von der Beratung zum fertigen Garten

Gut geplant ist halb gebaut. Bei einem Naturgarten gilt das doppelt, weil die Pflanzzeiten den Bauablauf vorgeben.

  1. Beratungsgespräch vor Ort. Ich komme zu Ihnen, wir gehen den Garten ab, ich schaue mir Boden, Sonne und Wasser an. Sie sagen mir, was Ihnen gefällt und was nicht. Am Ende haben Sie eine Mitschrift mit Vorschlägen, Prioritäten und einem Kostenrahmen.
  2. Planung. Bei größeren Gärten folgt ein Plan mit Pflanzliste und Bauabschnitten. Was eine Gartenplanung kostet, steht im Ratgeber Gartenplanung: Kosten beim Landschaftsarchitekten.
  3. Angebot. Sie bekommen ein Angebot, aufgeteilt nach Bausteinen. So können Sie entscheiden, was jetzt gebaut wird und was später.
  4. Bau. Erst die Erdarbeiten, Mauern und Wege, dann die Pflanzung. Unsere eigene Mannschaft baut, der Diplom-Biologe im Team achtet darauf, dass vorhandene Lebensräume nicht unnötig zerstört werden.
  5. Pflanzung und Ansaat im passenden Zeitfenster.
Wann wird was gepflanzt?
BausteinBester Zeitraum
Wildsträucher und Bäume (wurzelnackt oder Ballenware)Oktober bis März, an frostfreien Tagen
Blumenwiese (Ansaat)Frühjahr (März bis Mai) oder Spätsommer bis Herbst (August bis Oktober)
Wiesenstauden im TopfFrühjahr oder Herbst
Sandarium, Trockenmauer, Pflasterganzjährig, solange der Boden nicht gefroren oder nass ist

Quelle: Gärtnerische Praxis; Ansaat nach Empfehlung der Saatguthersteller für Regio-Saatgut

Der Herbst ist für den Naturgarten die beste Zeit. Gehölze, die im Oktober in die Erde kommen, haben bis zum Frühjahr Wurzeln gebildet und kommen besser durch den ersten trockenen Sommer. Wer im Sommer anfragt, ist für eine Herbstpflanzung also genau richtig dran.

Pflegeleicht? Was in den ersten drei Jahren zu tun ist

Ein Naturgarten macht weniger Arbeit als ein Rasen mit Thuja-Hecke, aber nicht keine. Rasen wird von April bis Oktober alle ein bis zwei Wochen gemäht, eine Blumenwiese ein- bis zweimal im Jahr. Die meiste Arbeit fällt in den ersten zwei Jahren an, bis sich die Pflanzen etabliert haben.

Viele kommen zu uns, weil sie einen pflegeleichten Garten wollen, und denken dabei an Kies. Dass diese Flächen weniger Arbeit erfordern, ist aber ein Trugschluss. Zwischen den Steinen wächst nach zwei, drei Jahren trotzdem etwas, nur eben das Falsche, und die Steine heizen sich im Sommer auf und geben die Wärme an Haus und Terrasse ab. Pflanzen dagegen beschatten den Boden und sorgen für Verdunstungskälte.

Ehrlich ist aber auch: Ein Naturgarten braucht am Anfang Aufmerksamkeit.

Pflegeplan Naturgarten, Jahr 1 bis 3
ZeitraumBlumenwieseWildstrauchheckeSandarium
Jahr 1Schröpfschnitt, wenn Beikräuter die Ansaat überwachsen; Mahdgut abräumenin Trockenphasen durchdringend wässern, Beikraut zwischen den Sträuchern entfernenaufkommende Gräser herausziehen
Jahr 2Mahd 1 x im Oktober oder 2 x im Juni und Oktober; Mahdgut immer abräumenwässern nur noch bei langer Trockenheit, Mulchschicht ergänzenBewuchs auf höchstens ein Drittel der Fläche begrenzen
Jahr 3wie Jahr 2; Lücken mit Wiesenstauden im Topf nachpflanzenerster Formschnitt, wenn nötigSand nachfüllen, wo Regen ihn abgetragen hat
ab Jahr 4Mahd wie gehabtalle paar Jahre abschnittsweise auslichtenwie Jahr 3

Quelle: Jens Maute Gartenarchitektur; Mahdtermine nach unserer Praxis

Das Mahdgut muss von der Wiese runter. Bleibt es liegen, düngt es den Boden, und dann setzen sich wieder Gräser durch statt Wildblumen. Wer das nicht selbst machen möchte, kann die Pflege bei uns beauftragen.

Naturgarten und Wasser: warum beides zusammengehört

In den vergangenen Sommern haben wir gesehen, wie sich die Trockenheit auf die Gärten in und um Marburg auswirkt. Ein Naturgarten mit heimischen und trockenheitsverträglichen Pflanzen hält mehr aus als ein Rasen, aber auch er braucht in den ersten Jahren Wasser. Und dieses Wasser fällt auf Ihr Dach.

Ein Rechenbeispiel: Bei 100 qm Dachfläche und rund 600 mm Niederschlag im Jahr fallen 60 cbm Regenwasser an (0,60 cbm x 100 qm = 60 cbm). Das meiste davon wird im Kanal „entsorgt“. Ein Sumpfbeet oder eine Mulde neben der Wildstrauchhecke nimmt dieses Wasser auf, eine Zisterne speichert es für die trockenen Wochen. So wird aus dem Naturgarten ein Garten, der mit Trockenheit und Starkregen zurechtkommt. Wie das geht, steht im Ratgeber Schwammgarten: Regenwasser im Garten halten und auf der Seite Regenwasser im Garten.

Beispiele aus Marburg und dem Landkreis

Wir waren an der Herstellung des NaturGarten-Schaugartens im Neuen Botanischen Garten Marburg beteiligt, der im Juni 2025 eingeweiht wurde. Dort lässt sich ansehen, wie die Bausteine eines Naturgartens zusammenspielen.

Über naturnahe Gartengestaltung und den Hausgarten der Zukunft hat die Oberhessische Presse außerdem am 31.10.2019 und am 29.07.2020 mit uns gesprochen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Naturgarten pro qm vom Fachbetrieb?

Das hängt von den Bausteinen ab. Eine Blumenwiese kostet pro qm deutlich weniger als ein Sitzplatz aus Natursteinpflaster. Wir rechnen deshalb nach Bausteinen ab und nennen Ihnen nach dem Beratungsgespräch einen Kostenrahmen für Ihren Garten.

Wer legt in Marburg Naturgärten an?

Wir planen und bauen Naturgärten in Marburg und im Umkreis von etwa 50 km, also im Landkreis Marburg-Biedenkopf und bis Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Frankenberg. Planung und Bau kommen aus einer Hand: Landschaftsarchitekt (AKH), eigener Garten- und Landschaftsbau-Betrieb seit 2004, ein Diplom-Biologe im Team.

Ist ein Naturgarten wirklich pflegeleicht?

Pflegeleichter als Rasen mit Thuja-Hecke, ja. Eine Blumenwiese wird ein- bis zweimal im Jahr gemäht statt alle ein bis zwei Wochen. In den ersten zwei Jahren müssen Sie aber gießen, Beikraut ziehen und das Mahdgut abräumen.

Kann ich einen Naturgarten auch selbst anlegen?

Die kleinen Bausteine ja. Eine Blumenwiese auf einer Teilfläche oder ein Sandarium schaffen Sie an einem Wochenende, die Anleitungen dafür stehen in unserem Ratgeber. Für Trockenmauern, Erdarbeiten und die Planung des ganzen Gartens lohnt sich der Fachbetrieb.

Wann sollte ich anfangen?

Am besten im Sommer mit der Beratung, damit im Herbst gepflanzt werden kann. Sprechen Sie uns an, wir kommen zu Ihnen: Beratung zum Naturgarten anfragen.

Planung in Mittelhessen

Jens Maute plant Ihren Garten als Landschaftsarchitekt und baut ihn mit dem eigenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb, in Marburg und im Umkreis von rund 50 km. Den Anfang macht ein Gespräch.

Das Buch zum Thema

„Wasser im Garten clever managen“ (Franckh-Kosmos), Deutscher Gartenbuchpreis 2026, 1. Platz in der Kategorie Bester Ratgeber.
Buchcover „Wasser im Garten clever managen“