Naturgarten anlegen lassen in Marburg
Hausbesitzer greifen bei der Gestaltung ihrer Vorgärten immer öfter zu Kies und Schotter. Dass diese Flächen weniger Arbeit machen, ist ein Trugschluss. Wahre Kieswüsten entstehen. Die Steine speichern Wärme und geben sie zusätzlich an die Umgebung ab, Wildbienen finden dort weder Nistplatz noch Nahrung. Pflanzen dagegen beschatten den Boden und sorgen für Verdunstungskälte.
Wir legen Naturgärten an: mit heimischen Pflanzen, Blumenwiesen, Trockenmauern, Sandarien und Wildstrauchhecken, in Marburg und im Umkreis von etwa 50 km. Ich plane als Landschaftsarchitekt (AKH), unser eigener Garten- und Landschaftsbau-Betrieb baut, seit 2004. Zum Team gehört der Diplom-Biologe Martin Wittich. Er achtet darauf, dass auch die Bauabläufe schonend ablaufen und die Pflanzen zum Standort passen.

Was ist ein Naturgarten?
Natürlich können auch wir nicht in die Zukunft schauen. In den vergangenen Jahren konnten wir aber sehen, wie sich die langen trockenen Sommer auf unsere Gärten auswirken. Gerade in Zeiten des Klimawandels und des Insektensterbens können naturnah gestaltete Gärten einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn ein Garten nur aus Rasen und Thuja-Hecke besteht, können Wildbienen dort weder einen Nistplatz noch Nahrung finden.
Viele Kunden haben eine Sorge: dass ein Naturgarten unordentlich aussieht. Das muss er nicht. Klare Kanten aus Naturstein, gemähte Wege durch die Wiese, eine Trockenmauer als Rahmen für das Staudenbeet: So wird aus der „wilden Wiese“ ein Garten, der gewollt aussieht. Die Bepflanzung ist für uns das Sahnehäubchen der gesamten Gartengestaltung, und darauf verwenden wir besonders viel Sorgfalt.
Die Bausteine eines Naturgartens
Ein Naturgarten wird aus Bausteinen zusammengesetzt, die zum Grundstück passen. Nicht jeder Garten braucht alle.
- Blumenwiese statt Rasen auf den Flächen, die nie betreten werden.
- Heimische, trockenheitsverträgliche Stauden und Sträucher, die mit wenig Gießwasser auskommen.
- Wildstrauchhecke aus Felsenbirne, Liguster, Wildrosen und Hartriegel statt Thuja oder Kirschlorbeer.
- Sandarium als Nistplatz für bodennistende Wildbienen.
- Trockenmauer aus Naturstein, in deren Fugen Wildbienen, Eidechsen und Polsterstauden leben, siehe Hanggarten und Mauerbau.
- Totholz als Baumaterial und Nistplatz.
- Wasser: ein Sumpfbeet oder eine Mulde, die das Regenwasser vom Dach aufnimmt, siehe Regenwasserbewirtschaftung im Garten.
- Pflaster mit offenen Fugen statt dichter Flächen.
Was die einzelnen Bausteine kosten und wie der Ablauf von der Beratung bis zur Pflanzung aussieht, steht im Ratgeber Naturgarten anlegen lassen: Kosten und Ablauf.
Blumenwiese statt Rasen: Möglichkeit 1, 2 und 3
Mal angenommen, Sie haben eine Rasenfläche von mehr als 100 qm. Ein Großteil davon wird nie betreten. Klar, eine Fläche zum Federball- oder Fußballspielen sollte man behalten. Der Rest ließe sich aber gut zur Blumenwiese umgestalten.
Möglichkeit 1: Die große Lösung. Wir schälen die Rasennarbe komplett ab und tragen zusätzlich den Oberboden in einer Stärke von 10 cm ab. Dann wird Sand aufgebracht und eingearbeitet. Dadurch wird der Boden abgemagert, und die Wiesenmischung wird eingesät.
Möglichkeit 2: Wiesenstauden einpflanzen. Die Rasennarbe wird nur punktuell entfernt. Wir pflanzen vorgezogene Wiesenstauden im Topf, am besten mit Abdeckscheiben aus organischem Material, die sich nach ein paar Jahren zersetzen.
Möglichkeit 3: Impfung mit Samen. Die Rasennarbe wird auf kleinen Flächen von 0,50 bis 1,00 qm entfernt, dort wird eine Blumenwiesenmischung ausgesät. Der Vorteil: Man sieht noch im selben Jahr einen Erfolg.
Die drei Möglichkeiten lassen sich gut kombinieren. Wichtig ist das Saatgut: Wir verwenden regionale Wildpflanzenmischungen. Gemäht wird entweder einmal im Jahr im Oktober oder zweimal im Juni und Oktober.

Sandarium: Nistplatz für Wildbienen
Ein Großteil der Wildbienen nistet im Boden, nicht im Insektenhotel. Ein Sandarium ist ein sonniges Beet aus offenem Sand, in das sie ihre Niströhren graben. Wie ein Naturgarten mit solchen Bausteinen aussieht, zeigt der NaturGarten-Schaugarten im Neuen Botanischen Garten Marburg: An seiner Herstellung waren wir beteiligt, eingeweiht wurde er im Juni 2025.

Drei Dinge entscheiden: ein vollsonniger Platz (im Schatten brüten keine Wildbienen), eine Mulde mit Drainage und der richtige Sand. Feiner, gewaschener Sand ist ungeeignet, weil die Niströhren sofort einbrechen. Und ein paar Dornenzweige auf dem Sand sorgen dafür, dass das Sandarium nicht zum Katzenklo wird. Die vollständige Anleitung steht im Ratgeber Sandarium anlegen.
Pflanzen, die Trockenheit aushalten
Alle Pflanzen auf unserer Liste brauchen einen mehr oder minder sonnigen Standort und durchlässigen Boden. Trockenheitsverträgliche Pflanzen erkennt man oft an silbrig behaarten Blättern, wie beim Wollziest, oder an verdickten, wasserspeichernden Blättern, wie bei der Fetthenne.
| Gruppe | Pflanze | Blüte | Höhe |
|---|---|---|---|
| Staude | Knautia macedonica – Witwenblume | dunkelrot, 6–9 | 0,60–1,00 m |
| Staude | Malva moschata – Moschus-Malve | hellrosa, 6–9 | 0,90 m |
| Staude | Nepeta faassenii – Katzenminze | violettblau, 5–8 | 0,30–0,40 m |
| Staude | Sedum telephium – Fetthenne | altrosa, 9–10 | 0,30–0,50 m |
| Gras | Stipa tenuissima – Federgras | silbrig, 6–7 | 0,30–0,50 m |
| Strauch | Amelanchier ovalis – Felsenbirne | weiß, 4–5 | 1,00–3,00 m |
| Strauch | Ligustrum vulgare – Liguster | weiß, 6–7 | 3,00–4,00 m |
| Baum | Acer campestre – Feldahorn | gelbgrün, 5 | 5,00–20,00 m |
Quelle: Pflanzenliste Jens Maute, trockenheitsverträgliche Pflanzen
Die Felsenbirne ist ein Strauch, der fast nur gute Eigenschaften hat: heimisch, anspruchslos, mit essbaren Früchten und schöner Herbstfärbung. Für größere Gärten pflanzen wir Klimabäume wie Feldahorn oder Blumen-Esche, die mit langen Trockenperioden zurechtkommen.
So gehen wir vor
- Ortstermin. Wir schauen uns Boden, Sonne, Wasser und vorhandene Pflanzen an und klären, welche Flächen Sie nutzen und welche Natur werden dürfen. Der Einstieg ist die Gartenberatung vor Ort.
- Planung. Bausteine, Pflanzenliste und Reihenfolge werden festgelegt. Ein Naturgarten lässt sich gut in Abschnitten bauen.
- Bau und Pflanzung. Bodenarbeiten, Mauern, Sandarium und Pflanzung erledigt unser Betrieb. Grünabfälle werden bei uns zu Bioenergie und neuer Gartenerde.
- Die ersten Jahre. Auf Wunsch übernehmen wir die Pflege, bis sich Wiese und Hecke geschlossen haben, oder zeigen Ihnen, worauf es ankommt.
Wer sich weiter in das Thema einlesen möchte, findet beim Naturgarten e.V. viele Informationen.
Häufige Fragen
Ist ein Naturgarten pflegeleicht?
Pflegeleichter als ein Rasengarten, aber nicht pflegefrei. Die Wiese wird ein- bis zweimal im Jahr gemäht statt jede Woche, gegossen wird nach dem Anwachsen kaum noch. In den ersten zwei, drei Jahren braucht der Garten mehr Aufmerksamkeit.
Kann man einen bestehenden Garten umbauen?
Ja, das ist der häufigste Fall. Oft genügt es, Teile des Rasens zur Wiese zu machen, die Thuja-Hecke durch Wildsträucher zu ersetzen und an einer sonnigen Stelle ein Sandarium anzulegen.
Wenn Sie Ihren Garten naturnah umgestalten möchten, schildern Sie uns Ihr Vorhaben.