Zum Inhalt

Gabionen in Marburg: Mauer, Zaun und Hangsicherung

Gabionen als Stützmauer am Hang, als Sichtschutz oder als Einfassung: gefüllt mit Stein aus der Region, kombiniert mit Pflanzen, gebaut von unserem eigenen Team.

Gabionen haben einen schlechten Ruf, und oft zu Recht. Eine zwei Meter hohe Wand aus grauem Schotter in Drahtkörben, quer durch ein Neubaugebiet, ist kein Garten. Sie heizt sich in der Sonne auf, an ihr wächst nichts, und nach zehn Jahren hängt Laub zwischen den Steinen. Dieselbe Bauweise kann aber sehr gut sein: als Stützmauer am Hang, die Wasser durchlässt, als schmaler Sichtschutz am Sitzplatz oder als Einfassung eines Hochbeets. Es kommt darauf an, wo sie steht, womit sie gefüllt ist und was daneben wächst.

Wir bauen Gabionen als Mauer, als Zaun und zur Hangsicherung. Ich plane als Landschaftsarchitekt (AKH), unser eigenes Team baut, seit 2004. Wer eine Gabionenmauer am Hang braucht, bekommt Planung, Genehmigungsfragen und Bau von einem Betrieb.

Was sind Gabionen, und wofür eignen sie sich?

Gabionen sind Drahtkörbe aus verzinktem oder beschichtetem Stahl, die mit Bruchstein gefüllt werden. Im Garten dienen sie als Stützmauer am Hang, als Sichtschutz oder Grundstücksgrenze und als Einfassung für Hochbeete und Sitzplätze. Sie sind sofort fertig, lassen Wasser durch und halten sehr lange, wenn Fundament und Füllung stimmen.

Für Gabionen sprechen einige handfeste Gründe:

  • Sie lassen Wasser durch. Hinter einer Gabionenmauer staut sich weniger Wasser als hinter einer dichten Mauer.
  • Sie sind schwer und stabil, ohne Mörtel und meist ohne Betonmauer.
  • Sie sind schmal. Ein Gabionenzaun braucht nur einen Bruchteil des Platzes einer Hecke.
  • Sie sind sofort blickdicht und brauchen keine Pflege.
  • Die Füllung kann aus regionalem Stein sein, auch aus Steinen, die beim Bau auf dem Grundstück anfallen.

Und einige Gründe dagegen:

  • Sie wirken technischer als eine Trockenmauer, vor allem mit gleichförmigem Schotter.
  • Die Steine speichern Wärme und geben sie abends wieder ab. Eine lange, sonnige Gabionenwand ohne Pflanzen macht einen kleinen Garten heißer.
  • In die Zwischenräume fällt Laub, und Brombeeren oder Ahornsämlinge wurzeln darin. Herausziehen lässt sich das schlecht.
  • Billige Körbe mit dünnem Draht beulen aus oder rosten.

Gabionenmauer als Stützmauer am Hang

Eine Gabionenmauer am Hang ist eine Schwergewichtsmauer: Sie hält die Erde durch ihr eigenes Gewicht. Dafür braucht sie ein verdichtetes Schotterfundament, eine Neigung zum Hang, ausreichend Tiefe im Verhältnis zur Höhe, eine Hinterfüllung aus Schotter und einen Ablauf am Fuß. Ab 1,50 m Höhe muss vor Baubeginn die Standsicherheit bescheinigt sein.

Am Hang ist alles anders als in der Ebene. Eine Gabione, die als Stützmauer arbeitet, muss die Last der Erde dahinter tragen, und nach jedem Regen kommt das Gewicht des Wassers dazu. Deshalb gehören zu jeder Gabionenmauer dieselben drei Dinge wie zu jeder anderen Stützmauer: eine tragfähige Gründung, eine durchlässige Hinterfüllung und ein Ablauf am Fuß. Warum gerade das Wasser die meisten Mauern zum Kippen bringt, steht im Ratgeber Stützmauer: Genehmigung in Hessen.

Höhere Gabionenmauern werden in Stufen gebaut, unten tiefer, oben schmaler, oder sie werden in mehrere niedrige Mauern mit Pflanzflächen dazwischen aufgeteilt. Das ist oft die bessere Lösung: Jede Mauer bleibt niedrig, und zwischen den Ebenen entsteht Platz für Stauden und Sträucher, die den Hang zusätzlich halten.

Gabionen sind nicht die einzige Bauweise am Hang. Für naturnahe Gärten und niedrige bis mittlere Höhen ist die Trockenmauer aus Naturstein oft die schönere Wahl, für sehr hohe Mauern auf wenig Platz der L-Stein. Wie die Bauweisen sich unterscheiden, steht unter Hanggarten und Mauerbau und im Ratgeber Trockenmauer bauen lassen: Kosten und Aufbau.

Gabionenzaun als Sichtschutz

Ein Gabionenzaun besteht aus schmalen Körben zwischen Pfosten, die in Beton gegründet sind. Er ist sofort blickdicht, hält Lärm etwas besser ab als ein Holzzaun und braucht kaum Platz. Damit er nicht wie eine Lärmschutzwand wirkt, planen wir ihn selten als durchgehende Wand. Besser ist ein Stück Gabione genau dort, wo man gesehen wird, und daneben eine Hecke oder eine Holzwand. Kletterpflanzen wie Efeu, Clematis oder Wilder Wein machen aus der Steinwand nach einigen Jahren eine grüne Wand. Welche Lösung wo passt, steht unter Holzdeck, Sichtschutz und Zaun.

Welche Steine gehören in eine Gabione?

In eine Gabione gehören frostfeste Natursteine, die größer sind als die Maschen des Korbs. Wir füllen bevorzugt mit Stein aus der Region, zum Beispiel Sandstein oder Grauwacke, weil er zu den Mauern und Häusern im Marburger Land passt und kurze Wege hat. Die Sichtseite wird von Hand gesetzt, der Kern kann gröber gefüllt werden.

Die Füllung entscheidet, wie eine Gabione wirkt. Weißer Marmorbruch oder bunt gemischter Importstein sieht nach Baumarkt aus, Sandstein oder Grauwacke aus der Umgebung nach Garten. Steine aus Ländern, in denen Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden kann, verwenden wir möglichst nicht. In Europa gibt es eine riesige Auswahl.

Für Tiere ist eine Gabione mehr wert, wenn sie nicht nur aus Schotter besteht. Größere Steine lassen Hohlräume, in denen sich Eidechsen und Insekten verstecken. Eine Lage Erde oder Substrat in der oberen Reihe, ein Pflanzkorb in der Mitte oder Polsterstauden auf der Krone machen aus dem Korb eine bepflanzte Mauer. Wie das im Naturgarten aussieht, steht unter Naturgarten.

Braucht eine Gabionenmauer eine Genehmigung in Hessen?

Als Einfriedung oder Sichtschutz bis 2 m Höhe ist eine Gabione in Hessen baugenehmigungsfrei. Als Stützmauer ist sie in jeder Höhe genehmigungsfrei, über 1,50 m aber erst nach einer Standsicherheitsbescheinigung durch eine nachweisberechtigte Person. Bebauungsplan, Satzungen der Gemeinde und das Nachbarrecht gelten trotzdem.

Die Grundlage ist die Anlage zu § 63 der Hessischen Bauordnung (HBO): Abschnitt I Nr. 7.1 für Einfriedungen und Sichtschutzzäune bis 2 m Höhe, Nr. 7.2 für Stützmauern, über 1,50 m mit dem Vorbehalt des Abschnitts IV Nr. 3. An der Grundstücksgrenze sind Einfriedungen bis 2 m Höhe und Stützmauern zur Sicherung des natürlichen Geländes nach § 6 Abs. 10 HBO ohne Abstandsfläche zulässig. Fängt die Mauer dagegen eine Aufschüttung ab, kann mehr nötig werden, bis zum Bauantrag.

Genehmigungsfrei heißt nicht regelfrei. Viele Bebauungspläne begrenzen die Höhe von Einfriedungen oder schreiben Hecken vor, und das Nachbarrecht gilt in jedem Fall. Wir prüfen das bei der Planung. Wenn ein Bauantrag nötig ist, erstellen wir ihn selbst, siehe Bauantrag für Stützmauer und Aufschüttung.

Gabionen und Wasser

Weil Gabionen durchlässig sind, passen sie gut zum Wasser-zuerst-Prinzip: Das Regenwasser vom Hang läuft durch die Mauer, statt sich dahinter zu stauen. Aber es muss irgendwo hin. Am Fuß einer Gabionenmauer planen wir eine Mulde, ein Beet oder eine Rinne, die das Wasser aufnimmt, statt es auf den Weg oder zum Nachbarn zu schicken. Wie das funktioniert, steht unter Regenwasser im Garten.

So gehen wir vor

  1. Ortstermin. Wir messen Höhen, prüfen Boden, Wasserlauf und Zufahrt und klären, wofür die Gabione da sein soll. Der Einstieg ist die Gartenberatung vor Ort.
  2. Planung. Lage, Höhe, Tiefe, Korbart, Füllstein, Fundament, Entwässerung und Bepflanzung. Am Hang im Plan für den ganzen Garten, siehe Gartenplanung. Über 1,50 m Höhe mit Standsicherheitsnachweis.
  3. Bau. Erdarbeiten, Fundament, Körbe, Füllung, Hinterfüllung, Drainage und Pflanzung erledigt unser Team. Was wir nicht selbst ausführen, etwa Elektrik für Licht in der Mauer, übernehmen Partnerbetriebe unter unserer Bauleitung.

Häufige Fragen

Wie tief muss das Fundament einer Gabione sein?

Das hängt von Höhe, Boden und Aufgabe ab. Ein freistehender Gabionenzaun steht auf Pfosten in Betonfundamenten, eine Gabionenmauer am Hang auf einem verdichteten Schotterbett. Für Ihre Mauer legen wir das bei der Planung fest.

Halten Gabionen länger als eine Holzwand?

Ja. Eine gut gebaute Gabione mit korrosionsgeschützten Körben hält Jahrzehnte. Bei der Holzwand sind die Pfosten die Schwachstelle.

Kann man eine bestehende Gabionenwand begrünen?

Meistens ja. Kletterpflanzen an der Sichtseite, Stauden auf der Krone oder eine Hecke davor nehmen der Wand die Härte. Wir sagen Ihnen beim Ortstermin, was an Ihrer Stelle wächst.

Wenn Sie eine Gabionenmauer, einen Gabionenzaun oder eine Hangsicherung planen, schildern Sie uns Ihr Vorhaben.

Planung in Mittelhessen

Jens Maute plant Ihren Garten als Landschaftsarchitekt und baut ihn mit dem eigenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb, in Marburg und im Umkreis von rund 50 km. Den Anfang macht ein Gespräch.