Zum Inhalt

Gartenbewässerung und Bewässerungsanlagen in Marburg

Tropfschlauch im Beet, Versenkregner im Rasen, Wasser aus der Zisterne: Wir planen die Bewässerung so, dass der Garten mit wenig Wasser auskommt, und bauen sie ein.

Im Juli steht mittags der Rasensprenger auf dem Rasen. Ein guter Teil des Wassers verdunstet, bevor es den Boden erreicht, der Rest landet auf dem Weg, und die Stauden am Haus bekommen trotzdem zu wenig ab. Abends folgt dann die Runde mit dem Schlauch. In vielen Hausgärten in Marburg ist Gießen inzwischen eine feste Abendbeschäftigung von Juni bis September.

Eine gut geplante Gartenbewässerung bringt das Wasser dorthin, wo die Wurzeln sind, und zwar zu einer Zeit, in der es nicht gleich wieder verdunstet. Wir planen und bauen Bewässerungsanlagen in Marburg und im Umkreis von etwa 50 km, am liebsten gespeist aus der eigenen Zisterne. Ich bin Landschaftsarchitekt (AKH) und führe seit 2004 einen eigenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb. Die Bewässerung ist bei uns deshalb Teil des Gartenplans und kein Gerät, das man nachträglich auf den Rasen stellt.

Was ist eine sinnvolle Gartenbewässerung?

Eine sinnvolle Gartenbewässerung gibt Wasser direkt an die Wurzeln, selten, aber durchdringend, und am frühen Morgen. In Beeten, Hecken und Gemüse sind das Tropfschläuche unter dem Mulch, auf Rasenflächen Versenkregner. Eine Steuerung mit Regen- oder Bodenfeuchtesensor verhindert Gießen bei nassem Boden. Am besten kommt das Wasser aus der Zisterne statt aus der Trinkwasserleitung.

Gießen mit dem Schlauch hat zwei Schwächen. Es wird meist zu oft und zu wenig gegossen, und es wird abends gegossen, wenn die Blätter nass in die Nacht gehen. Wer jeden Abend ein bisschen sprengt, erzieht seine Pflanzen zu flachen Wurzeln. Eine Anlage, die einmal pro Woche kräftig gießt, bringt das Wasser in die Tiefe, in der die Wurzeln es im August noch finden.

Lohnt sich eine automatische Bewässerung?

Für einen Teil des Gartens ja, für den ganzen Garten selten. Am meisten bringt eine automatische Bewässerung dort, wo Pflanzen in den ersten Jahren auf Wasser angewiesen sind oder wo der Boden wenig speichert:

  • Neupflanzungen von Hecken, Sträuchern und Bäumen in den ersten Sommern, bis sie eingewurzelt sind.
  • Gemüsebeete und Hochbeete, die über den ganzen Sommer gleichmäßig Wasser brauchen.
  • Beete an Südwänden, unter Dachüberständen und auf flachgründigem Boden am Hang.
  • Kübel und Pflanzgefäße auf der Terrasse.
  • Gärten, die im Urlaub drei Wochen ohne Aufsicht auskommen müssen.

Aber: Eine Bewässerungsanlage repariert keinen Garten, der gegen seinen Standort gepflanzt ist. Wer in die pralle Sonne Pflanzen setzt, die Halbschatten und frischen Boden wollen, gießt jeden Sommer gegen die Natur an. Und den Rasen gießen wir in den meisten Gärten nicht. Er wird in langen Trockenperioden braun und erholt sich im Herbst wieder. Wer eine Rasenfläche trotzdem grün halten muss, bekommt dafür einen eigenen Bewässerungskreis.

Erst weniger Wasser brauchen, dann bewässern

Die günstigste Bewässerung ist die, die man kaum einschalten muss. Bevor wir Leitungen planen, schauen wir auf den Boden und die Pflanzen. Ein Kubikmeter humusreicher Boden speichert mehrere Hundert Liter Wasser. Ein verdichteter Boden aus der Bauphase lässt das Wasser dagegen oberflächlich ablaufen. Lockern, Kompost einarbeiten und die Beete mulchen bringt oft mehr als jede Technik.

Dazu kommt die Pflanzenwahl. Heimische und trockenheitsverträgliche Stauden und Gehölze kommen nach dem Anwachsen mit sehr wenig Gießwasser aus. Wie wir pflanzen, steht auf den Seiten Pflanzungen und Naturgarten anlegen lassen. Wie man den Garten so baut, dass er Regenwasser hält, statt es in den Kanal zu schicken, zeigt der Ratgeber Schwammgarten: Regenwasser im Garten halten.

Tropfschlauch, Versenkregner, Tropfer: Was passt wohin?

Tropfschlauch für Beete, Hecken und Gemüse. Ein Schlauch mit eingebauten Tropfstellen liegt auf dem Boden oder knapp darunter, meist unter einer Mulchschicht. Das Wasser tritt langsam aus und versickert direkt im Wurzelraum. Blätter bleiben trocken, und es verdunstet kaum etwas. Für Hecken und neu gepflanzte Gehölzreihen ist das die Lösung, die wir am häufigsten planen.

Versenkregner für Rasenflächen. Die Regner sitzen im Boden und fahren nur zum Beregnen nach oben. Danach verschwinden sie wieder, und der Rasenmäher fährt darüber. Wichtig ist, dass jeder Regner nur die Fläche trifft, die er treffen soll, und nicht die Hauswand oder die Terrasse.

Einzeltropfer für Kübel und Hochbeete. Jedes Gefäß bekommt eine eigene kleine Zuleitung. So vertrocknet kein Kübel, weil er im Schatten des Nachbarn steht.

Die Flächen werden in Bewässerungskreise geteilt, je nachdem, wie viel Wasser sie brauchen. Das Gemüsebeet läuft öfter, die Hecke seltener, die Blumenwiese gar nicht.

Bewässerung aus der Zisterne

Eine Pumpe in der Zisterne oder ein Hauswasserwerk fördert das Regenwasser in die Leitungen der Bewässerung. Ein Filter hält Schwebstoffe zurück, damit die Tropfstellen nicht verstopfen. Ist die Zisterne leer, schaltet die Pumpe ab oder es wird über einen freien Auslauf mit Trinkwasser nachgespeist. Eine feste Verbindung zwischen Trinkwasser- und Regenwasserleitung ist nicht erlaubt.

Regenwasser ist weich und kalkfrei, Pflanzen vertragen es besser als Leitungswasser. Und es fällt kostenlos auf jedes Dach. Wer ohnehin eine Zisterne hat oder eine plant, sollte die Bewässerung von Anfang an daran anschließen. Wie groß die Zisterne für die Gießfläche sein muss, rechnen wir im Ratgeber Zisterne im Garten: Kosten und Größe vor. Wie Zisterne, Überlauf und Versickerung zusammenspielen, steht auf der Seite Regenwasser im Garten.

Wer nur Regenwasser für die Gartenbewässerung nutzt, muss das in der Regel nicht beim Gesundheitsamt anzeigen. Anders ist es, wenn das Regenwasser auch im Haus genutzt wird, etwa für das WC. Die Einzelheiten stehen ebenfalls im Zisternen-Ratgeber.

Wie wird die Anlage gesteuert?

Ein Steuergerät schaltet die einzelnen Kreise zu festen Zeiten, am besten in den frühen Morgenstunden. Dann ist der Boden kühl, es weht wenig Wind, und das Wasser hat den ganzen Tag Zeit, in die Tiefe zu gehen. Ein Regensensor oder ein Bodenfeuchtesensor sorgt dafür, dass die Anlage nicht läuft, wenn es gerade geregnet hat. Ohne Sensor gießt eine Automatik auch im Platzregen, und das ist genau die Verschwendung, die man vermeiden will.

Die Laufzeiten stellen wir nach dem Einbau ein und passen sie im ersten Sommer an. Eine frische Pflanzung braucht mehr als eine eingewachsene, im Mai weniger als im August.

Mitbauen oder nachrüsten?

Am einfachsten ist es, die Bewässerung zusammen mit dem Garten zu bauen. Solange die Beete offen sind und noch kein Pflaster liegt, lassen sich Leitungen und Leerrohre ohne Mehraufwand verlegen. Wer heute noch keine Anlage möchte, sollte beim Neuanlegen oder Umgestalten des Gartens wenigstens ein Leerrohr unter Terrasse und Wegen vorsehen lassen.

Nachrüsten geht trotzdem. In bestehenden Beeten werden Tropfschläuche oberirdisch verlegt und mit Mulch abgedeckt. Für Versenkregner im fertigen Rasen müssen schmale Gräben gezogen werden, der Rasen wächst danach wieder zu.

Vor dem ersten Frost müssen Leitungen, Ventile und Pumpe entleert werden, sonst friert das Wasser darin und sprengt die Teile.

Was wir selbst machen und was Partner machen

Planung, Erdarbeiten, Zisterne, Leitungen, Tropfschläuche und Regner erledigt unser Team beim Bau des Gartens. Für den Stromanschluss von Pumpe und Steuerung arbeiten wir mit Elektro-Partnerbetrieben, unter meiner Planung und Bauleitung. Sie haben einen Ansprechpartner, und wir sagen Ihnen vorher, welche Arbeiten ein Partner ausführt.

So gehen wir vor

  1. Ortstermin. Wir schauen uns an, welche Flächen heute wie oft gegossen werden, wo das Wasser herkommt und wie der Boden beschaffen ist. Der Einstieg ist die Gartenberatung vor Ort.
  2. Planung. Wir legen fest, was bewässert wird und was nicht, teilen die Flächen in Kreise und zeichnen Zisterne, Pumpe, Leitungen und Regner in den Gartenplan. Für größere Gärten gehört das zur Gartenplanung.
  3. Bau. Unser Team verlegt Leitungen und Tropfschläuche, setzt die Regner und schließt die Zisterne an. Der Elektro-Partner stellt den Strom bereit.
  4. Einstellen. Wir stellen Laufzeiten und Sensoren ein und zeigen Ihnen, wie Sie die Steuerung selbst ändern.

Häufige Fragen

Kann ich die Anlage im Urlaub laufen lassen?

Ja, dafür ist sie gemacht. Wichtig ist, dass die Zisterne groß genug ist oder eine Nachspeisung über einen freien Auslauf vorhanden ist, und dass die Pumpe bei leerer Zisterne abschaltet.

Brauche ich für jede Fläche eine Bewässerung?

Nein. Eine Blumenwiese, eine eingewachsene Hecke aus heimischen Sträuchern oder ein Kiesbeet mit Trockenstauden kommen ohne aus. Wir planen die Bewässerung nur für die Flächen, die sie wirklich brauchen.

Kann ich Tropfschläuche selbst verlegen?

In einem einfachen Gemüsebeet ja. Schwierig wird es bei der Verbindung mit Zisterne und Pumpe, bei langen Leitungen und bei mehreren Kreisen mit unterschiedlichem Wasserbedarf. Da lohnt sich ein Plan.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Garten mit weniger Gießwasser auskommt, schildern Sie uns Ihr Vorhaben.

Planung in Mittelhessen

Jens Maute plant Ihren Garten als Landschaftsarchitekt und baut ihn mit dem eigenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb, in Marburg und im Umkreis von rund 50 km. Den Anfang macht ein Gespräch.