Hanggarten und Mauerbau in Marburg
Am Hang ist alles anders als in der Ebene. Ohne Mauern gibt es keine ebene Fläche für Terrasse, Rasen oder Gemüsebeet, ohne Treppen keinen bequemen Weg nach oben, und bei jedem Starkregen läuft das Wasser über die Böschung bergab. Marburg ist eine Stadt der Hänge, vom Ortenberg bis zu den Lahnbergen. Entsprechend oft bauen wir Stützmauern.
Mauerbau ist das Kerngeschäft unseres Betriebs: Trockenmauern aus Sandstein und Grauwacke, Gabionen, Stützmauern mit Treppenanlagen, Einfassungen für Hochbeete. Ich plane als Landschaftsarchitekt (AKH), unsere eigene Kolonne baut, seit 2004. Wer eine Stützmauer bauen lassen möchte, bekommt Planung, Genehmigungsfragen und Ausführung aus einer Hand.

Wann spricht man von einem Hanggarten?
Mit Stützmauern lassen sich Hanggärten terrassieren. Erst dadurch wird die Gartenfläche wirklich nutzbar. Es gilt aber mehr zu überlegen als im ebenen Gelände: Das Gelände sollte in einem Zug profiliert werden. Spätere Eingriffe sind immer kostspielig und wegen der schlechten Zugänglichkeit oft gar nicht mehr möglich. Wenn die Mauer einmal steht und die Terrasse gepflastert ist, kommt kein Bagger mehr an die untere Ebene.
Was ein Hanggarten insgesamt kostet und in welcher Reihenfolge man ihn angeht, steht im Ratgeber Hanggarten anlegen: Kosten, Terrassen, Stützmauern und Treppen.
Vorteile und Nachteile eines Hanggartens
Vorteile
- Es gibt ein Oben und ein Unten. Das schafft eine zusätzliche Dimension gegenüber dem ebenen Garten.
- Die Ebenen gliedern den Garten, als große Erdterrassen oder als viele kleine Höhensprünge. Das führt zu wechselnden Blickwinkeln.
- Auf kleinen Ebenen lassen sich unterschiedliche Gartenthemen gut nebeneinander unterbringen: Sitzplatz, Kräuterbeet, Wiese.
- Ein Hanggarten ist nicht mit einem Blick zu erfassen. Er lädt zum Umhergehen ein.
- Und oft: die Aussicht.
Nachteile
- Hohe Herstellungskosten.
- Große zusammenhängende Rasen- oder Wasserflächen sind umso schwerer zu erreichen, je steiler der Garten ist.
- Eine genaue Planung ist unentbehrlich, vor allem für Treppen und Mauern.
- Gegenüber höher stehenden Nachbarhäusern ist ein Sichtschutz oft nur teilweise möglich.
- Das Grundstück ist schlechter befahrbar, die Pflege mühsamer.
- Auf stark geneigten, offenen Flächen besteht Erosionsgefahr.
Welche Stützmauer passt? Trockenmauer, Gabione, L-Stein
| Bauweise | Aufbau | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Trockenmauer | Naturstein ohne Mörtel, mit Neigung zum Hang gesetzt, Schotterfundament | niedrige bis mittlere Höhen, naturnahe Gärten, Hochbeete | braucht Platz in der Tiefe, viel Handarbeit |
| Gabione | Drahtkörbe, mit Bruchstein gefüllt | gerade Kanten, Grundstücksgrenzen, schwere Lasten | wirkt technischer, Füllung aus regionalem Stein wählen |
| L-Stein | Winkelstützen aus Beton auf Fundament | große Höhen bei wenig Platz | Bagger nötig, Ansicht lässt sich mit Naturstein oder Pflanzen verdecken |
| Natursteinmauer mit Betonkern | Betonmauer mit Verblendung aus Naturstein | sehr hohe Mauern, Garageneinfahrten | höchste Kosten, Statik immer erforderlich |
Quelle: Praxis Gartenarchitektur & Landschaftsbau Jens Maute
Bei uns im Marburger Land liegt Sandstein nahe. Sandsteine aus der Region verwenden wir besonders gern: Sie haben kurze Wege hinter sich, und Struktur, Farbe und Bearbeitbarkeit sind sehr ansprechend. Er passt zu den alten Hofmauern der Region. Daneben bauen wir mit Grauwacke, Kalkstein und Basalt. Steine aus Ländern, in denen Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden kann, verwenden wir möglichst nicht; in Europa gibt es eine riesige Auswahl an Natursteinen.
Was eine Trockenmauer kostet, wie sie aufgebaut wird und wann sich der Fachbetrieb lohnt, steht im Ratgeber Trockenmauer bauen lassen: Kosten und Aufbau.

Treppen, Wege und Wasser am Hang
Treppenanlagen und Mauern am Hang wollen zusammen geplant sein. Eine Gartentreppe soll bequem sein, nicht steil: draußen bauen wir flacher als im Haus, mit niedrigeren Stufen und tieferen Auftritten, bei langen Treppen mit Podest. Wo der Platz reicht, führt ein Weg in Serpentinen sanfter nach oben als jede Treppe.
Bei jeder Stützmauer planen wir das Wasser gleich mit. Hinter die Mauer kommt eine Hinterfüllung aus Schotter und am Fuß eine Drainage, damit sich kein Wasser staut und Druck aufbaut. Auf den Terrassen fangen flache Mulden das Regenwasser ab, Wege bekommen Querrinnen und versickerungsfähige Beläge. Wie das im Einzelnen funktioniert, steht auf der Seite Regenwasserbewirtschaftung im Garten.
Auch die Bepflanzung gehört zur Hangsicherung. Ein Hang wird von Wurzeln gehalten, nicht von Vlies und Kies: Kies rutscht bei Starkregen nach unten, Sträucher und Bodendecker halten den Boden. In den Fugen einer Trockenmauer wachsen Polsterstauden wie Wollziest oder Fetthenne.

Genehmigung: Was gilt in Hessen?
Genehmigungsfrei heißt nicht regelfrei: Bebauungsplan, Gestaltungssatzung, Abstände zur Nachbargrenze und das Nachbarrecht gelten trotzdem. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Stützmauer: Genehmigung in Hessen. Wenn ein Bauantrag nötig ist, erstellen wir ihn mit Plänen und Berechnungen selbst, siehe Bauantrag für Stützmauer und Aufschüttung. So haben wir zum Beispiel eine bis zu 2,40 m hohe Mauer mit Treppenaufgang geplant, die an der Straße nur 0,80 m hoch ist.
So gehen wir vor
- Ortstermin. Wir messen Höhenunterschiede, prüfen Boden, Wasserlauf und Zufahrt. Der Einstieg ist die Gartenberatung vor Ort bei Ihnen im Garten, mit Mitschrift und Bauabschnitten.
- Planung. Ebenen, Mauerhöhen, Treppen und Entwässerung werden in einem Plan festgelegt, bei Bedarf mit Statik und Bauantrag.
- Bau. Erdarbeiten, Fundamente, Mauern, Treppen und Pflanzung erledigt unsere Kolonne. Was wir nicht selbst ausführen, etwa Elektrik für die Beleuchtung, übernehmen Partnerbetriebe unter unserer Bauleitung.
Für Hochbeete, Vorgärten und kleine Höhensprünge genügt oft eine niedrige Trockenmauer. Auch die bauen wir gern.
Häufige Fragen
Was ist die günstigste Stützmauer?
Bei geringen Höhen oft eine bepflanzte Böschung ohne Mauer. Bei Mauern hängt es von Höhe und Zufahrt ab: L-Steine sind schnell versetzt, brauchen aber einen Bagger; eine Trockenmauer braucht mehr Handarbeit, hält aber bei richtiger Bauweise Generationen.
Braucht eine Trockenmauer ein Fundament?
Ja, ein Fundament aus verdichtetem Schotter, kein Beton. Dazu kommt die Neigung der Mauer zum Hang und eine Hinterfüllung, die Wasser abführt.
Kann ich die Mauer selbst bauen und nur die Planung beauftragen?
Bei niedrigen Mauern ja. Über 1,50 m Höhe raten wir davon ab, weil Standsicherheit und Haftung dann bei Ihnen liegen.
Wenn Sie einen Hang haben, der seit Jahren nicht nutzbar ist, schildern Sie uns Ihr Vorhaben.