Pflegeleichter Garten ohne Schotter in Marburg
Viele Menschen, die uns anrufen, wollen vor allem eins: weniger Arbeit im Garten. Die Kinder sind aus dem Haus, der Rücken macht nicht mehr alles mit, der Beruf lässt am Wochenende keine Zeit, oder der Garten ist mit dem Haus geerbt und viel zu groß. Der naheliegende Gedanke ist dann Schotter. Steine wachsen nicht, also machen sie keine Arbeit.
Das stimmt leider nicht. Nach wenigen Jahren sammeln sich Laub und Staub zwischen den Steinen, darin keimt Unkraut, und das wurzelt durch das Vlies. Wahre Kieswüsten entstehen, und sauber halten lassen sie sich nur mit viel Handarbeit. Ein pflegeleichter Garten funktioniert anders: mit Pflanzen, die den Boden selbst bedecken, und mit einer Planung, die von Anfang an fragt, wie viel Zeit Sie im Jahr für den Garten haben. Ich plane als Landschaftsarchitekt (AKH), unser eigenes Team baut, in Marburg und im Umkreis von etwa 50 km.
Wie gestalte ich einen pflegeleichten Garten ohne Schotter?
Die Arbeit in einem Garten entsteht an wenigen Stellen: Unkraut auf offenem Boden, Rasen mähen und Kanten stechen, Hecken schneiden, im Sommer gießen. Dort setzen wir an.
- Boden bedecken. Wo Pflanzen den Boden geschlossen haben, kommt kaum Unkraut durch. Bodendecker und dicht gesetzte Stauden sind die Grundlage.
- Rasen reduzieren. Rasen ist die arbeitsintensivste Fläche im Garten. Wir behalten ihn dort, wo er genutzt wird, und machen aus dem Rest Wiese, Beet oder Gehölzfläche.
- Kanten klären. Eine ebenerdige Einfassung aus Stein zwischen Rasen und Beet erspart das Abstechen und hält den Rasen aus den Beeten.
- Gehölze frei wachsen lassen. Eine Formhecke muss jedes Jahr geschnitten werden. Eine frei wachsende Hecke aus Wildsträuchern wird alle paar Jahre ausgelichtet, siehe Bäume und Hecken.
- Weniger gießen. Pflanzen, die zum Standort passen, kommen nach dem Anwachsen mit wenig Wasser aus. Was sie doch brauchen, kommt aus der Zisterne.
- Feste Wege. Ein Weg aus Pflaster oder Platten muss nicht gejätet werden wie ein Trampelpfad durch den Rasen.
Bodendecker statt offener Erde
Bodendecker sind niedrige Pflanzen, die sich flächig ausbreiten und den Boden in ein, zwei Jahren schließen. Danach brauchen sie wenig: einen Rückschnitt im Spätwinter, bei manchen nicht einmal das. Für jeden Standort gibt es passende Arten. In der Sonne wachsen Wollziest, Thymian und Storchschnabel, im Halbschatten Storchschnabel und Elfenblume, im Schatten unter Bäumen Waldsteinie, Elfenblume und Kleines Immergrün. Wollziest legt sich mit seinen silbrigen Blättern auch über Kanten und an den Fuß von Mauern, wie auf dem Foto.
Wichtig ist die Pflanzdichte. Wer Bodendecker zu weit auseinander setzt, um Pflanzen zu sparen, jätet drei Jahre lang die Lücken. Wir pflanzen so dicht, dass sich die Fläche schnell schließt, und bereiten den Boden vorher gründlich vor: Wurzelunkräuter raus, Boden lockern, Kompost einarbeiten.

Staudenbeete mit Mulch
Ein Staudenbeet muss nicht viel Arbeit machen. Pflegeleicht wird es durch die Auswahl: wenige Arten in größeren Gruppen statt vieler einzelner Pflanzen, langlebige Stauden, die nicht alle paar Jahre geteilt werden müssen, und eine Mulchschicht auf dem Boden, bis die Pflanzen ihn selbst bedecken. Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt keimendes Unkraut. Je nach Pflanzung nehmen wir Kies oder Splitt für Pflanzen trockener Standorte und organischen Mulch für Beete, die es frischer mögen.
Einmal im Spätwinter wird zurückgeschnitten, im Frühjahr und Sommer ein paarmal durchgegangen. Die Stängel bleiben über den Winter stehen, das sieht mit Raureif schön aus und hilft Insekten und Vögeln. Wie wir Staudenbeete planen und welche Arten sich in den trockenen Sommern in Mittelhessen bewährt haben, steht auf der Seite Pflanzungen.
Kiesbeet mit Pflanzen statt Schottergarten
Wer den Kies-Look mag, muss nicht auf ihn verzichten. Ein Kiesbeet ist ein Staudenbeet, dessen Boden mit Kies abgedeckt ist. Es liegt ohne Vlies auf gutem, durchlässigem Boden, und zwischen den Steinen wachsen Stauden und Gräser aus trockenen Gegenden. Der Kies hält den Boden feucht und die Pflanzen trocken am Hals. Ein Schottergarten ist das Gegenteil: Steine auf Vlies, ein paar Kugelbuchsbäume, darunter toter Boden.
| Kiesbeet | Schottergarten | |
|---|---|---|
| Aufbau | Kies auf gelockertem Boden, ohne Vlies | Schotter auf Vlies, Boden oft verdichtet |
| Pflanzen | dicht gepflanzte Stauden und Gräser | wenige Einzelpflanzen |
| Im Sommer | Pflanzen beschatten den Boden | Steine heizen sich auf und geben Wärme ans Haus ab |
| Regen | versickert in den Boden | läuft auf verdichtetem Boden schlechter ab |
| Für Insekten | Blüten und Nistplätze | kaum etwas |
| Pflege nach einigen Jahren | Rückschnitt im Spätwinter, gelegentlich jäten | Laub und Unkraut zwischen den Steinen, Vlies durchwurzelt |
Quelle: Praxis Gartenarchitektur & Landschaftsbau Jens Maute
Auch ein Steingarten ist etwas anderes als Schotter. Ein echter Steingarten ist eine Pflanzung zwischen Felsen und Steinen, mit Polsterstauden, die in Fugen und Spalten wachsen. Ähnliches leistet eine Trockenmauer, in deren Fugen Fetthenne und Wollziest wachsen, siehe Hanggarten und Mauerbau.
Schottergärten werden zunehmend über Bebauungspläne eingeschränkt, vor allem in Neubaugebieten. Ob für Ihr Grundstück Vorgaben gelten, prüfen wir bei der Planung mit. Einen bestehenden Schottergarten im Vorgarten bauen wir zurück, wie auf der Seite Vorgarten gestalten beschrieben.
Rasen reduzieren: Wiese statt Mähen
Mal angenommen, Sie haben eine Rasenfläche von mehr als 100 qm. Ein Großteil davon wird nie betreten. Eine Fläche zum Spielen oder Liegen sollte man behalten. Der Rest ließe sich gut zur Blumenwiese umgestalten. Eine Wiese wird ein- bis zweimal im Jahr gemäht, braucht keinen Dünger und kein Gießwasser und ist voller Insekten. Ein gemähter Weg hindurch zeigt, dass sie gewollt ist. Wie wir eine Wiese anlegen, steht auf der Seite Naturgarten, alles zum verbleibenden Rasen unter Rasen und Wiese.
Für Ältere und Berufstätige
Pflegeleicht heißt für jeden etwas anderes. Wer berufstätig ist, möchte am Wochenende nicht jäten, sondern im Garten sitzen. Wer älter wird, möchte weitergärtnern, aber ohne Bücken und ohne Stolperkanten. Für beide planen wir anders: feste, ebene Wege, Beete in Griffhöhe, Wasser in der Nähe. Ein Hochbeet für Kräuter und Gemüse ersetzt oft das große Gemüsebeet, siehe Hochbeet, Gemüse- und Kräutergarten.
Und wer die Arbeit ganz abgeben möchte, kann die Pflege bei uns in Auftrag geben, siehe Gartenpflege. Ein gut geplanter Garten kommt dabei mit wenigen Terminen im Jahr aus.
So gehen wir vor
- Ortstermin. Wir gehen den Garten ab und klären, wie viel Zeit Sie im Jahr für ihn haben und was bleiben soll. Der Einstieg ist die Gartenberatung vor Ort.
- Plan. Sie bekommen einen Vorschlag, welche Flächen wie umgebaut werden, auf Wunsch in Abschnitten. Für größere Umbauten siehe Garten umgestalten und Gartenplanung.
- Umbau. Unser Team räumt ab, bereitet den Boden vor, setzt Kanten und Wege und pflanzt.
- Anwachsen. In den ersten zwei Jahren braucht jede Pflanzung Wasser und ein paar Pflegegänge. Das übernehmen Sie oder wir.
Arbeiten, die unser Team nicht selbst macht, etwa Baumfällungen oder Elektrik, übernehmen Partnerbetriebe unter unserer Bauleitung. Sie haben weiter einen Ansprechpartner.
Häufige Fragen
Ist ein pflegeleichter Garten sofort pflegeleicht?
Nein. In den ersten ein, zwei Jahren, bis die Pflanzen den Boden geschlossen haben, muss gegossen und gejätet werden. Danach wird es deutlich weniger.
Kann ich den Schotter wiederverwenden?
Oft ja, als Unterbau für Wege oder als Abdeckung im neuen Kiesbeet. Das spart Entsorgung.
Welche Hecke macht am wenigsten Arbeit?
Eine frei wachsende Hecke aus heimischen Sträuchern. Sie wird nicht jedes Jahr in Form geschnitten, sondern alle paar Jahre ausgelichtet.
Wenn Sie Ihren Garten pflegeleichter machen möchten, schildern Sie uns Ihr Vorhaben.