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Gartenplanung Kosten: Was kostet ein Landschaftsarchitekt für den Hausgarten?

Eine Gartenplanung kostet je nach Stufe sehr unterschiedlich: Am Anfang steht eine Beratung vor Ort mit Konzept. Entwurf und Ausführungsplanung werden nach Aufwand berechnet. Als Orientierung dient die HOAI: Bei 20.000 € Baukosten liegt das Honorar für Grundlagen, Vorplanung und Entwurf bei rund 1.260 bis 1.890 € netto.

Was eine Gartenplanung kostet, hängt weniger von der Größe des Gartens ab als davon, wie viel geplant werden muss. Ein ebener Garten mit neuem Beet braucht ein Gespräch und eine Skizze; ein Hanggrundstück mit Stützmauer, Zisterne und Bauantrag braucht einen gezeichneten Plan bis zum letzten Stein. Hier steht, was die einzelnen Stufen bei uns kosten, wie die HOAI dabei hilft, und wann sich ein Landschaftsarchitekt überhaupt lohnt.

Was kostet eine Gartenplanung? (Kurzantwort)

Am Anfang steht bei uns die Gartenberatung vor Ort, mit Konzept, Kostenrahmen und Prioritäten. Entwurf und Ausführungsplanung berechnen wir nach Aufwand. Als Orientierung dient die HOAI: Bei 20.000 € Baukosten liegen Grundlagen, Vorplanung und Entwurf bei rund 1.260 bis 1.890 € netto.

Viele Gärten brauchen gar keinen kompletten Plan. Oft reicht die Gartenberatung vor Ort: Sie bekommen eine Mitschrift mit Konzept, groben Kosten und der Reihenfolge der Bauabschnitte und können damit selbst bauen oder Angebote einholen. Einen gezeichneten Plan brauchen Sie, wenn mehrere Firmen nach derselben Vorlage anbieten sollen, wenn ein Bauantrag nötig ist oder wenn der Garten über mehrere Jahre in Abschnitten entsteht.

Was ein Gartenarchitekt für einen Privatgarten kostet, hängt davon ab, wie weit die Planung gehen soll. Die Beratung vor Ort ist der kleinste Schritt, ein gezeichneter Entwurf kostet je nach Fläche und Gelände mehr; die HOAI nennt für 20.000 € Baukosten ein Gesamthonorar von 4.348 bis 6.521 € netto, wenn der Architekt alle neun Leistungsphasen bis zur Bauüberwachung übernimmt.

Die drei Stufen: Beratung, Entwurf, Ausführungsplanung

Gut geplant ist halb gebaut. Aber nicht jeder Garten braucht alle drei Stufen. Sie können nach jeder Stufe aufhören.

Stufen der Gartenplanung bei Jens Maute
StufeWas Sie bekommenPreis (brutto)
1. Gartenberatung vor OrtBeratung im Garten, Konzept im Gespräch, Mitschrift mit Kostenrahmen, Prioritäten, Bauabschnittennach Aufwand
2. Vorentwurf und Entwurfgezeichneter Plan des ganzen Gartens: Wege, Terrassen, Mauern, Wasserführung, Pflanzflächen; auf Wunsch als 3-D-Ansichtnach Aufwand
3. Ausführungsplanung und BepflanzungsplanMaße, Höhen, Materialien, Mengen und Pflanzenliste, nach denen gebaut und Angebote eingeholt werden könnennach Aufwand
Zusatz: BauantragUnterlagen für genehmigungspflichtige Mauern oder Aufschüttungennach Aufwand

Quelle: Preisliste Gartenarchitektur & Landschaftsbau Jens Maute, Stand 2026

Was in der Beratung nicht enthalten ist, sagen wir offen: farbige Pläne, 3-D-Ansichten und Ausarbeitungen im Büro gehören nicht dazu. Die beginnen mit Stufe 2. Mehr zur ersten Stufe steht auf der Seite Gartenberatung in Marburg.

Was die HOAI für Gärten sagt

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) regelt in Teil 3 auch Freianlagen, also Gärten. Sie teilt die Arbeit in neun Leistungsphasen und gibt jeder einen Anteil am Gesamthonorar (§ 39 HOAI). Das Gesamthonorar hängt von den anrechenbaren Kosten ab, grob gesagt den Baukosten des Gartens, und von der Honorarzone, also wie schwierig die Aufgabe ist (§ 40 HOAI).

Leistungsphasen für Freianlagen und ihr Anteil am Honorar
LeistungsphaseAnteil
1 Grundlagenermittlung3 %
2 Vorplanung10 %
3 Entwurfsplanung16 %
4 Genehmigungsplanung4 %
5 Ausführungsplanung25 %
6 Vorbereitung der Vergabe7 %
7 Mitwirkung bei der Vergabe3 %
8 Objektüberwachung (Bauüberwachung)30 %
9 Objektbetreuung2 %

Quelle: § 39 Abs. 3 HOAI 2021, gesetze-im-internet.de

Zwei Dinge sollten Sie dazu wissen. Erstens sind die Werte der HOAI seit 2021 keine Pflichtpreise mehr, sondern Orientierungswerte. Das Honorar wird in Textform vereinbart, und Architekten müssen Verbraucher vorher darauf hinweisen, dass ein höheres oder niedrigeres Honorar als in den Tafeln vereinbart werden kann (§ 7 HOAI). Zweitens beginnt die Honorartafel für Freianlagen erst bei 20.000 € anrechenbaren Kosten. Für kleinere Gärten wird das Honorar ohnehin frei vereinbart.

Honorarspannen nach HOAI für Freianlagen (alle Leistungsphasen, netto)
Anrechenbare KostenHonorarzone IIHonorarzone III
20.000 €4.348 – 5.229 €5.229 – 6.521 €
25.000 €5.259 – 6.325 €6.325 – 7.888 €
50.000 €9.492 – 11.416 €11.416 – 14.238 €

Quelle: § 40 Abs. 1 HOAI 2021, Honorartafel Freianlagen

Rechenbeispiel: 600 qm Grundstück in Marburg

Mal angenommen, Sie haben ein Grundstück mit 600 qm in Marburg, davon rund 400 qm Garten, leicht geneigt. Terrasse, Wege, eine Zisterne und neue Pflanzflächen sollen kommen, die Baukosten liegen bei 50.000 € netto. Sie beauftragen nur Grundlagenermittlung, Vorplanung und Entwurf (Leistungsphasen 1 bis 3, zusammen 29 %).

Nach HOAI in Honorarzone II ergibt das:

  • untere Grenze: 9.492 € × 29 % = rund 2.753 € netto
  • obere Grenze: 11.416 € × 29 % = rund 3.311 € netto

Kommt die Ausführungsplanung dazu (Leistungsphase 5, 25 %), sind es weitere rund 2.373 bis 2.854 € netto. Wer alle neun Leistungsphasen bis zur Bauüberwachung vergibt, landet bei 9.492 bis 11.416 € netto, also bei rund 19 bis 23 % der Baukosten.

Das ist die Rechnung für ein Büro, das plant und den Bau anderer Firmen überwacht. Wenn wir planen und mit unserem eigenen Betrieb auch bauen, sieht die Rechnung anders aus, weil Ausschreibung, Vergabe und ein Teil der Abstimmung zwischen Planer und Baufirma entfallen.

Gartenplaner, Landschaftsarchitekt oder Landschaftsgärtner – wer plant was?

Die Bezeichnungen klingen ähnlich, bedeuten aber Verschiedenes. „Landschaftsarchitekt“ darf sich in Hessen nur nennen, wer in die Liste der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) eingetragen ist (§ 1 HASG). Dafür braucht es ein abgeschlossenes Studium und Berufspraxis. „Gartenplaner“ oder „Gartendesigner“ kann sich dagegen jeder nennen.

Wer plant, wer baut, was kostet es?
AnbieterPlantBautKosten der PlanungWorauf Sie achten sollten
Baumarkt- oder Gartencenter-Planereinfache Skizzeneinoft kostenlosverkauft Produkte, sieht den Garten meist nicht
App oder KI-PlanerBilder und Ideenneinkostenlos bis geringe Gebührkennt weder Boden noch Gefälle noch Bauordnung
Gartenplaner, Gartendesignerjameist neinfrei vereinbartBezeichnung nicht geschützt, Ausbildung erfragen
Landschaftsgärtner (GaLaBau-Betrieb)oft einfache Planungjahäufig im Bauauftrag enthaltenPlanung dient dem eigenen Angebot
Landschaftsarchitekt (AKH)ja, bis Ausführungsplanung und Bauantragmeist neinHOAI als OrientierungBau wird an andere Firmen vergeben
Landschaftsarchitekt mit eigenem Betriebjaja, mit eigenem Team und PartnerbetriebenBeratung und Planung nach Aufwandeine Hand für Plan und Bau

Quelle: § 1 Hessisches Architekten- und Stadtplanergesetz (HASG); eigene Darstellung

Der Unterschied zeigt sich an der Schnittstelle. Wenn ein Büro plant und eine fremde Firma baut, wird der Plan auf der Baustelle oft „vereinfacht“: Die Mulde für das Regenwasser wird flacher, weil das schneller geht, das Gefälle der Terrasse zeigt plötzlich zum Haus. Bei uns zeichnet der Landschaftsarchitekt den Plan, und unser eigener Garten- und Landschaftsbau-Betrieb, den es seit 2004 gibt, baut ihn. Gewerke, die wir nicht selbst machen, etwa Elektrik, Zaunbau oder Baumfällung, übernehmen Partnerbetriebe unter unserer Bauleitung. Mehr dazu unter Gartenplanung in Marburg.

Für ein Hanggrundstück ist der Landschaftsarchitekt die richtige Wahl. Am Hang geht es um Statik, Entwässerung und oft um einen Bauantrag für Stützmauern oder Aufschüttungen. Wer Pläne für die Bauaufsicht vorbereiten und die Statik koordinieren kann, spart am Hang Zeit, und ein Fehler im Gefälle wird später teuer.

Wann lohnt sich ein Gartenarchitekt?

Nicht immer. Wer ein ebenes Rasenstück in ein Staudenbeet umwandeln will, braucht keinen Architekten. Ein Landschaftsarchitekt lohnt sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Hanglage. Am Hang ist alles anders als in der Ebene. Terrassen, Treppen und Mauern müssen zusammenpassen, sonst rutscht etwas. Was das kostet, steht im Artikel Hanggarten anlegen: Kosten.
  • Wasser. Der Rasen verbrennt im Sommer, und nach einem Gewitter steht das Wasser im Keller. Wo der Regen fallen und wo er bleiben soll, muss geplant werden, bevor Terrasse und Beete liegen.
  • Genehmigung. Stützmauern ab einer bestimmten Höhe und größere Aufschüttungen brauchen in Hessen eine Genehmigung. Details stehen im Artikel Stützmauer: Genehmigung in Hessen.
  • Größere Bausumme. Wenn der Umbau 20.000 € oder mehr kostet, ist ein Planungshonorar von einigen Tausend Euro gut angelegt: Ein Fehler bei Gefälle oder Mauer kostet schnell mehr als der Plan.
Bei einem kleinen Garten lohnt sich meist kein vollständiger Entwurf, aber eine Beratung. Dabei bekommen Sie ein Konzept mit Kostenrahmen und Prioritäten. Das verhindert die teuersten Fehler, etwa eine Terrasse mit falschem Gefälle oder eine zu kleine Zisterne.

Was Sie bei Angeboten vergleichen sollten

Angebote für denselben Garten liegen oft weit auseinander. Das liegt selten daran, dass eine Firma betrügt, sondern daran, dass jede etwas anderes anbietet. Vergleichen lässt sich nur, was auf derselben Grundlage steht. Prüfen Sie:

  • Liegt allen Angeboten derselbe Plan oder dieselbe Leistungsbeschreibung zugrunde?
  • Sind die Mengen gleich (qm Pflaster, laufende Meter Mauer, cbm Boden)?
  • Ist der Unterbau beschrieben, also Schottertragschicht und Bettung in Zentimetern?
  • Welches Material genau: Naturstein oder Betonstein, welche Herkunft, welche Stärke?
  • Sind Erdarbeiten, Abtransport und Entsorgung enthalten?
  • Ist die Wasserführung enthalten: Gefälle, Rinne, Mulde, Anschluss der Fallrohre?
  • Ist die Pflanzung mit Pflanzenliste, Größen und Stückzahlen angegeben?
  • Gibt es eine Fertigstellungspflege oder Anwachsgarantie?
  • Wer kümmert sich um den Bauantrag, wenn einer nötig ist?
  • Darf der Plan für Angebote anderer Firmen verwendet werden? Das sollte im Planungsvertrag stehen.
Die HOAI-Werte in diesem Artikel sind Nettobeträge; dazu kommen 19 % Mehrwertsteuer. Sie gelten für Planungsbüros als Orientierung und sind keine Preisangabe von uns. Unsere eigenen Preise für Beratung und Stundensatz sind Bruttopreise.

Häufige Fragen

Was kostet ein Gartenarchitekt?

Für Beratung, Entwurf und Ausführungsplanung richtet sich der Preis nach dem Arbeitsumfang. Die HOAI nennt für einen Garten mit 20.000 € Baukosten ein Gesamthonorar von 4.348 bis 6.521 € netto für alle neun Leistungsphasen.

Was kostet ein Gartenplaner?

Das ist frei vereinbart, weil die Bezeichnung nicht geschützt ist. Kostenlose Planungen von Baumärkten oder Baufirmen sind meist an einen Kauf oder Bauauftrag gebunden. Fragen Sie vorher, was Sie für Ihr Geld bekommen: Gespräch, Skizze, Plan mit Maßen oder Pflanzenliste.

Was macht ein Gartenarchitekt?

Ein Landschaftsarchitekt plant Gärten und Freiflächen von der ersten Idee bis zum baufertigen Plan, stellt Bauanträge und überwacht auf Wunsch den Bau. Er ist bei der Architektenkammer eingetragen. In unserem Fall baut derselbe Betrieb den Garten auch.

Welche Gartenplaner-App ist die beste?

Wir testen keine Apps und können deshalb keine empfehlen. Apps helfen, Ideen zu sortieren und Bilder zu zeigen. Ob der Boden Wasser hält, wohin das Gefälle zeigt und ob die Mauer eine Genehmigung braucht, weiß eine App nicht. Dafür muss jemand im Garten stehen.

Wenn Sie wissen wollen, welche Stufe Ihr Garten braucht, ist die Beratung vor Ort der kleinste sinnvolle Schritt. Fragen Sie hier eine Gartenberatung an: Beratung bei Ihnen im Garten, Marburg und Umkreis von etwa 50 km.

Planung in Mittelhessen

Jens Maute plant Ihren Garten als Landschaftsarchitekt und baut ihn mit dem eigenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb, in Marburg und im Umkreis von rund 50 km. Den Anfang macht ein Gespräch.

Das Buch zum Thema

„Wasser im Garten clever managen“ (Franckh-Kosmos), Deutscher Gartenbuchpreis 2026, 1. Platz in der Kategorie Bester Ratgeber.
Buchcover „Wasser im Garten clever managen“