Gartenbau und Gartenplanung in Gladenbach
Wer von Marburg nach Gladenbach fährt, fährt ins Bergland. Gladenbach liegt im Gladenbacher Bergland, einem Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Die Kernstadt liegt auf rund 260 Metern, im Nordwesten steigt das Gelände am Daubhaus auf über 550 Meter. Die Stadt ist als Luftkurort und Kneippheilbad ausgezeichnet. Von unserem Betrieb in Marburg sind es rund 22 Kilometer.
Wie wird ein Hanggarten in Gladenbach nutzbar?
Mit einem Plan, der bei den Höhen anfängt. An einem Hang legt jede Entscheidung die nächste fest: Wo die Terrasse sitzt, bestimmt, wie hoch die Mauer darunter wird. Wie hoch die Mauer wird, bestimmt, ob eine Genehmigung oder ein Standsicherheitsnachweis nötig ist. Und wo die Treppe liegt, bestimmt, ob man den Garten benutzt oder nur von oben anschaut.
Deshalb zeichne ich für Hanggärten fast immer Schnitte. Sie zeigen, wie viele Ebenen sinnvoll sind, wo Erde abgetragen und wo sie angefüllt wird und wie hoch jede Mauer wird. Erst danach rechnen wir den Bau. Mehr dazu unter Hanggarten und Mauern und im Ratgeber Hanggarten anlegen: Kosten.
Trockenmauer, Gabione oder Betonmauer?
Im Gladenbacher Bergland steht Schiefer an. Schon in den 1830er Jahren gab es bei Gladenbach Brüche für Schieferwacke und Dachschiefer. Eine Trockenmauer aus Naturstein passt deshalb in diese Landschaft wie kaum etwas anderes. Sie lässt Wasser durch, und in ihren Fugen leben Eidechsen und Wildbienen. Für niedrige und mittlere Höhen ist sie oft die beste Wahl, siehe den Ratgeber Trockenmauer bauen lassen.
Wo es um größere Lasten oder gerade Kanten geht, etwa an einer Einfahrt, kommen Gabionen oder Winkelsteine infrage. Welche Bauweise passt, entscheiden Höhe, Boden und Zufahrt. Die Zufahrt ist am Hang oft der Engpass: Ob ein Minibagger in den Garten kommt oder das Material über ein Förderband muss, klären wir beim ersten Termin.
Brauche ich in Gladenbach eine Genehmigung für eine Stützmauer?
Eine Stützmauer im Garten ist nach der Hessischen Bauordnung baugenehmigungsfrei. Ist sie höher als 1,50 m, muss vor dem Bau eine nachweisberechtigte Person ihre Standsicherheit bescheinigen. Eine selbstständige Aufschüttung über 2 m Höhe oder über 30 qm Fläche braucht dagegen einen Bauantrag. Am Hang sind beide Grenzen schnell erreicht. Zuständig ist die Bauaufsicht des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Wo ein Antrag nötig wird, bereiten wir Pläne und Unterlagen vor, siehe Bauantrag Stützmauer. Bebauungsplan und Nachbarrecht gelten immer.
Wohin läuft das Wasser am Hang?
Hangabwärts, und zwar schneller, als man denkt. Eine Stützmauer scheitert selten an ihrem Gewicht, oft aber an dem Wasser, das sich hinter ihr staut. Zu jeder Mauer gehören deshalb eine durchlässige Hinterfüllung und eine Drainage. Besser noch fängt eine flache Mulde am Fuß jeder Ebene das Wasser ab, bevor es Fahrt aufnimmt. Was am tiefsten Punkt ankommt, kann eine Zisterne für den Sommer speichern, siehe Regenwasser im Garten.
Über Wasser im Garten habe ich das Kosmos-Buch „Wasser im Garten clever managen“ geschrieben. Es hat den Deutschen Gartenbuchpreis 2026 gewonnen, Kategorie Bester Ratgeber.
Was wächst auf über 300 Metern?
In den höheren Stadtteilen kommt der Frühling später und der Frost früher als im Marburger Lahntal. Auf flachgründigem, steinigem Boden am Hang wachsen Rasen und durstige Ziergehölze schlecht. Heimische Wildsträucher, Stauden für trockene Standorte und eine magere Wiese kommen dort besser zurecht und halten mit ihren Wurzeln die Böschung, siehe Naturgarten.
In welchen Stadtteilen arbeiten Sie?
In der Kernstadt und in allen 14 weiteren Stadtteilen: Bellnhausen, Diedenshausen, Erdhausen, Friebertshausen, Frohnhausen, Kehlnbach, Mornshausen, Rachelshausen, Römershausen, Rüchenbach, Runzhausen, Sinkershausen, Weidenhausen und Weitershausen. Auch in Bad Endbach, Lohra und Dautphetal sind wir unterwegs.
Häufige Fragen aus Gladenbach
Muss die alte Mauer weg?
Nicht immer. Eine Mauer, die sich nur leicht neigt, lässt sich manchmal sichern. Eine Mauer mit Bauch und Rissen sollte man nicht weiter belasten. Das sehe ich bei der Beratung vor Ort.
Lässt sich eine Böschung ohne Mauer befestigen?
Bei flacher Neigung ja, mit tief wurzelnden Sträuchern und Bodendeckern. Ab einer gewissen Steilheit braucht es Mauern oder Stufen. Wo die Grenze liegt, klären wir am Hang selbst.
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